Angst

Sie zeigt sich wie folgt im Gesicht der Menschen:
- Augenbrauen zusammengezogen
- obere Augenlider stark nach oben gezogen
- Spannung in den unteren Augenlidern
- Unterkiefer hängt herab
- Lippen horizontal in Richtung der Ohren nach hinten gezogen
Beschreibung:
Um Überraschung von Angst zu unterscheiden sind die Augen sehr wichtig. Und trotzdem ist es manchmal kaum zu unterscheiden, ob nun leichte Überraschung oder eine leichte Angstgefühlt wird. Sowohl bei Angst als auch bei Überraschung weiten sich die Augen. Sollte sich also nur ein leichtes Weiten der Augen beobachten lassen, kann nur die Dauer dieser Weitung Aufschluß auf die Emotion dahinter geben: Überraschung hält maximal ein paar Sekunden, Angst hingegen kann sehr viel länger gefühlt werden.
Ein ganz klarer Unterscheidungspunkt ist jedoch das untere Augenlid. Während es bei Überraschung keine Bewegung oder Anspannung zeigt, wird es bei Angstzuständen angespannt. Selbst wenn wir versuchen unsere Angst zu verbergen, werden uns meist die Augen, bzw. die Augenlider verraten. Die Muskel der Mundpartie lassen sich hingegen sehr viel leichter bewußt manipulieren, um Emotionen zu überspielen oder verbergen.
Auch die Augenbrauen sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen Angst und Überraschung: Bei Überraschung sind die Augenbrauen nach oben gezogen, bei Angst zusammengezogen (allerdings kann auch hier ein Hochziehen der Brauen erfolgen, jedoch meist im Zusammenspiel mit einem Zusammenziehen).
Die stärkste Ausprägung von Angst zeigt alle der oben genannten Merkmale, doch auch hier muß nicht zwingend jedes Merkmal sichtbar sein. Die Augen, bzw. die Muskeln um diese herum verraten eindeutig, welche Emotion gefühlt wird und in welchem Ausmaß.
Reagieren / Agieren:
Mit Angst in anderen Menschen umzugehen ist nicht so ganz einfach, weil man meist nicht den genauen Grund dahinter versteht. Ekman empfiehlt ausdrücklich, Menschen mit Angstausdrücken nicht auf ihre Angst anzusprechen, sondern statt dessen lieber beschwichtigend auf diese einzugehen. Ähnlich wie bei der Wut sollte man also nicht fragen, warum oder vor was jemand Angst hat. Statt dessen sollte man lieber versuchen, seine Hilfe anzubieten. Angst hat viele Auslöser und man kann meist nicht sicher sein, was die gerade gezeigte Angst ausgelöst hat – es kann z.B. ein gerade aufgekommener Gedanke an eine in der Zukunft liegenden Prüfung oder schwere Situation sein und garnichts mit dem momentanen Gespräch zu tun haben. Angst ist die Emotion, die bei uns viele Automatismen auslöst, weil die Angst unser Überleben sichert. Aus Angst, daß das eigene Lben in Gefahr ist, bremsen z.B. auch Mitfahrer in einem Auto unwillkürlich mit. Dementsprechend ist die Angst die vielleicht ursprünglichste Emotion, die sich auch aufgrund dieser Tatsache gern selbständig in unsere Gedanken katapultiert, auch wenn die gefürchtete Situation noch weit in der Zukunft liegt.
Quelle: Paul Ekman – Gefühle lesen / Zusammengefasst von Dela.










